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Hornhauterkrankung

Keratokonus

Unter einem Keratokonus versteht man die sukzessive Ausdünnung und kegelförmige Verformung der Hornhaut Ihrer Augen. Die Wissenschaft geht davon aus, dass eine Störung der Vernetzung zwischen den Kollagenmolekülen der Hornhaut Ursache dieser Erkrankung ist. Die Hornhaut wird dadurch instabiler, immer dünner und wölbt sich nach vorne. Damit einher gehen u. a. eine immer stärker verzerrte Sicht, eine erhöhte Blendempfindlichkeit sowie eine Abnahme der Sehschärfe.

Von einem Keratokonus sind ganz oft beide Augen betroffen. Festgestellt wird die Wandschwäche der Hornhaut, die in vier verschiedene Stadien eingeteilt wird, meist zwischen dem 20. und dem 30. Lebensjahr. Als Risikofaktoren gelten Neurodermitis, Asthma und häufiges Augenreiben. Zwischen dem vierten und fünften Lebensjahrzehnt kommt der Keratokonus fast immer zum Stillstand.

Eingangsbereich Realeyes Augenärzte Palais an der Oper München

Therapie des Keratokonus

Von speziellen Kontaktlinsen und Brillen über Crosslinking bis hin zu einer Hornhauttransplantation stehen uns je nach Verlauf ganz unterschiedliche Therapieansätze zur Verfügung. Dank der wissenschaftlichen Fortschritte kann die Ausdünnung der Hornhaut heute in vielen Fällen aufgehalten und der Verlust der Sehkraft so verhindert werden.

Wartebereich im Augenzentrum Palais an der Oper München

Therapieansatz Crosslinking

Bei dieser Behandlung wird unter Verwendung von Riboflavin (Vitamin B2) und UV-A-Licht eine Quervernetzung (englisch: Crosslinking) der Kollagenfasern der Hornhaut angeregt. Dadurch wird die Hornhautstabilität signifikant erhöht.

Crosslinking ist eine risikoarme Therapie, mit der möglichst frühzeitig begonnen werden sollte. Im Normalfall werden mit dem Verfahren gute Ergebnisse erzielt, so dass eine höhere Sehqualität erhalten werden kann. In fortgeschrittenen Krankheitsstadien lässt sich mit Crosslinking nicht selten eine Hornhauttransplantation verhindern.

Da sich die Erkrankung im höheren Lebensalter meist verlangsamt oder zum Stillstand kommt, ist eine Indikation für diesen Therapieansatz dann häufig nicht mehr gegeben. Wichtig sind aber auch bei der Diagnose Keratokonus regelmäßige augenärztliche Kontrolluntersuchungen. Crosslinking wurde 1998 erstmals durchgeführt und kam seither bei vielen Tausend Patienten als Therapie zum Einsatz. Bei den meisten Behandelten verbesserte sich der Befund deutlich, und die irreguläre Hornhautverkrümmung konnte reduziert werden. Der Effekt dieser Therapieform setzt frühestens drei Monate nach der Behandlung ein, Besserungen können noch bis zu zwei Jahre später eintreten.

Indikationen für Crosslinking

  • Die Erkrankung schreitet nachgewiesenermaßen fort.
  • Die Hornhaut ist ausreichend dick.
  • Die Sehschärfe lässt sich noch mit einer Sehhilfe ausgleichen.
Wartebereich im Realeyes Augenärzte Palais an der Oper München

Wie läuft eine Crosslinking-Behandlung ab?

Für die ambulant durchgeführte Behandlung werden die Augen örtlich betäubt. Dann wird die oberste Zellschicht der Hornhaut, das Epithel, entfernt, damit das Vitamin B2 (Riboflavin) in das Gewebe eindringen kann.

Die Hornhaut wird mit Riboflavin-Augentropfen beträufelt und es kommt ein UV-A-Licht zum Einsatz, mit dem die Augenoberfläche beleuchtet wird. Das Riboflavin dient dabei als Photosensibilisator und absorbiert das UV-Licht. Durch den ausgelösten photochemischen Prozess entstehen neue Brückenverbindungen zwischen den Kollagenmolekülen. Dieser Eingriff ist für die Patientinnen und Patienten schmerzfrei.

Nach der Behandlung wird zum Schutz der Augen eine spezielle Kontaktlinse eingesetzt, die dort so lange verbleibt, bis das Epithel nachgewachsen ist. Ein eventuell auftretendes Fremdkörpergefühl und leichte Schmerzen in den ersten 24 Stunden können medikamentös gelindert werden.

Nach der Crosslinking-Behandlung sind täglich augenärztliche Kontrollen erforderlich, bis das Epithel nach ca. drei bis fünf Tagen nachgewachsen ist. Normale Kontaktlinsen können einige Wochen nach dem Eingriff wieder getragen werden. Die Neuanpassung von Kontaktlinsen ist frühestens drei Monate nach dem Crosslinking sinnvoll.

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